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Benediktion des neuen Abtes von Schäftlarn
Erzbischof Marx überreicht Abt Petrus Höhensteiger Amtsinsignien |
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A c h t u n g R e d a k t i o n e n T e r m i n !
Schäftlarn/Ebenhausen, Landkreis München, 16. Oktober 2008 (ok) Die Benediktion (Segnung) des neuen Abtes der Benediktinerabtei Schäftlarn, Pater Petrus Höhensteiger OSB (45), wird der Erzbischof von München und Freising, Reinhard Marx, am Samstag, 18. Oktober, bei einem festlichen Gottesdienst vornehmen. Da die Klosterkirche zur Zeit renoviert wird und eingerüstet ist, findet der Festgottesdienst in der benachbarten Pfarrkirche St. Benedikt in Ebenhausen statt.
Für Abt Petrus, der bereits am 11. Juli, dem Fest des heiligen Ordensgründers Benedikt, vom Schäftlarner Konvent in geheimer Wahl gewählt und mit allen Rechten und Pflichten in sein Amt eingesetzt worden war, wird der Erzbischof um den Segen bitten. Er wird ihm die vom heiligen Benedikt aufgezeichnete Benediktinerregel sowie die Insignien seines neuen Amtes – Stab, Ring und Mitra – überreichen (Beginn des Gottesdienstes: 16.00 Uhr). Bei dem Gottesdienst erklingt die Messe in C-Dur von Franz Schubert, ausgeführt von Sängern und Instrumentalisten aus dem Umfeld des Klosters.
Petrus Höhensteiger ist der sechste Abt der 1866 von König Ludwig I. wiederbegründeten Niederlassung der Benediktiner in Schäftlarn, die 1910 zur Abtei erhoben wurde. Der König hatte das Kloster zugleich verpflichtet, eine höhere Schule zu unterhalten. Das von den Benediktinern geführte renommierte Gymnasium mit Internat in Schäftlarn wird zur Zeit von 430 Schülerinnen und Schülern besucht. Urkundlich ist Schäftlarn schon 762 als Benediktinerabtei bezeugt. Bei den Einfällen der Ungarn im 10. Jahrhundert erlosch die Abtei. Sie lebte im 12. Jahrhundert wieder als Niederlassung von Prämonstratenser-Chorherren auf, deren Gemeinschaft dort bis zur Säkularisation lebte und wirkte.
Die heutige Abtei steht unter dem Patrozinium der heiligen Märtyrer Dionysius und Juliana. Vermutlich haben fränkische Benediktiner bei der Erstbesiedlung die Verehrung des heiligen Dionysius, der im 3. Jahrhundert Bischof von Paris war, mit nach Altbayern gebracht. Die heilige Juliana, die zu Beginn des 4. Jahrhunderts in Nikomedien, in der heutigen Türkei, den Märtyrertod starb, wurde besonders von den Prämonstratensern verehrt. So erinnern die Namen beider Heiliger an die wechselvolle Klostergeschichte. 2010 wird in Schäftlarn das 100-jährige Jubiläum der Wiedererrichtung der Benediktinerabtei gefeiert, 2012 wird der Erstgründung eines Benediktinerklosters vor 1250 Jahren gedacht.
Zur bayerischen Landeshauptstadt steht das Kloster in einer besonderen Beziehung. Laut Münchner Stadtarchiv geht das Areal der 1158 von Herzog Heinrich dem Löwen zum Markt erhobenen „villa munichen“ auf Schäftlarner Klosterbesitz zurück. Somit steht ohne Zweifel der Name der Landeshauptstadt für eine Zugehörigkeit „zu den Mönchen“. Der segnende Mönch im Stadtwappen, der die Verbindung zwischen München und Schäftlarn symbolisiert, wurde erst durch die Säkularisation zum „Münchner Kindl“ uminterpretiert und somit verkitscht.
Zur Benediktion des neuen Abtes kann der Konvent viele Gäste begrüßen. Herzog Franz von Bayern, Nachfahre von König Ludwig I., bringt die besondere Beziehung des Hauses Wittelsbach zum Kloster zum Ausdruck. Die Bayerische Staatsregierung ist durch den dem Kloster besonders verbundenen Staatssekretär im Bayerischen Finanzministerium, Georg Fahrenschon, vertreten. Angesagt hatten sich auch die Äbte aller bayerischen Benediktinerkonvente, Äbtissinnen benediktinischer Orden und weitere Ordensobere aus Bayern und Österreich. Auch der Altbischof von Augsburg und ehemalige Abtprimas der Benediktiner, Viktor Josef Dammertz, der Münchner Weihbischof Franz Dietl und Mitglieder des Metropolitankapitels München nehmen teil. (wr) |
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